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Neuigkeiten von der ZEA

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Perfluorierte Tenside (kurz: PFT) stehen im Verdacht krebserregend zu sein. Auf der anderen Seite werden PFT-Verbindungen in industriellen Prozessen sinnvoll genutzt. So setzt man die thermisch und chemisch sehr resistenten PFT-Verbindungen in Hartverchromungsprozessen ein, um einerseits eine gleichmäßige Verchromung des metallischen Werkstücks zu erzielen und andererseits durch den sich auf der Badoberfläche bildenden Schaumteppich eine Emission an Chrom-(VI)-Verbindungen zu verhindern. Die wasserabweisenden Eigenschaften der PFT-Verbindungen werden in der Bekleidungsindustrie zur Fertigung von wetterfester Outdoorkleidung oder in der Papierindustrie zur Herstellung von Hochglanzpapieren genutzt. Auch Feuerwehren haben in der Vergangenheit vielfach PFT-haltige Löschschäume zur Brandbekämpfung eingesetzt, so dass immer wieder PFT-haltige Löschwässer zur Entsorgung anstehen. Die in den industriellen Anwendungen positiven Eigenschaften der PFT-Verbindungen, wie z. B. thermische und chemische Resistenz, stellen bei der Entsorgung PFT-haltiger Abwässer und Abfälle eine große Herausforderung dar.

IMG_2211Die ZEA Zentrale Entsorgungsanlage beschäftigt sich bereits seit Jahren mit der Frage, wie eine technisch sinnvolle und wirtschaftlich vertretbare PFT-Behandlung im Rahmen einer chemisch-physikalischen Abfall- und Abwasserbehandlungsanlage realisiert werden kann. Nach zahlreichen Versuchen im Labor- und Technikumsmaßstab wurde im Januar 2015 nach einer 3-monatigen Planungsphase ein Genehmigungsantrag nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz bei der Bezirksregierung Arnsberg eingereicht. 

Bereits im April 2015 haben wir die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer erweiterten Abwasseranlage zur PFT- und CSB-Behandlung (CSB = chemischer Sauerstoffbedarf) erhalten. Die Genehmigungsphase wurde bereits für die Ausführungsplanung genutzt, sodass wir schon im Juli 2015 mit dem Bau der neuen Anlage beginnen konnten. In einer 200 m² fassenden Halle wurde bis Februar 2016 die neue Anlagentechnik installiert. Diese ist 3-stufig aufgebaut und umfasst die Reinigung über Kiesfilter, Ionenaustauscher und Aktivkohleadsorber.

IMG_2218Das bei der Abfallbehandlung anfallende Abwasser wird zunächst in der bestehenden Abwasserbehandlungsanlage einer Nachbehandlung unterzogen. Dabei werden Reste an Chrom-(VI)-Verbindungen reduziert, Cyanide durch Oxidation entgiftet und Metallionen soweit ausgefällt, dass die genehmigten Grenzwerte für eine Indirekteinleitung sicher eingehalten werden. Mit der neuen Anlage schließt sich nun eine weiter gehende Behandlung der Abwässer an. Dabei sollen die beiden Kiesfilter zunächst die im Abwasser vorhandenen Schwebstoffe abtrennen. Über Anionenaustauscher werden die negativ polarisierten PFT-Verbindungen an die Harze gebunden und somit aus dem Abwasserstrom weitestgehend entfernt. Die als letzte Reinigungsstufe nachgeschalteten Aktivkohleadsorber dienen in erster Linie der CSB-Reduzierung im Abwasser und darüber hinaus als „Polizeifilter“ für PFT-Verbindungen. Die Leistung dieser Anlage ist auf bis zu 18 m³ pro Stunde ausgelegt. Die neue Abwasseranlage ist seit Ende Februar in Betrieb und zeigt seitdem sehr gute Abbauraten an PFT und CSB.

Mit der Errichtung und dem Betrieb der neuen PFT- und CSB-Behandlungsanlage verstehen wir uns als Bindeglied zwischen Industrie und Kläranlage bis hin zum Gewässer und sorgen für eine wirkungsvolle Vorbehandlung industrieller Abwässer, bevor diese einer Kläranlage zugeführt werden.

11 Mrz 2016

Am 1. März 2016 hat Tobias Klostermeier auf der ZEA angefangen. Herr Klostermeier hat zunächst beim Ruhrverband Fachkraft für Abwassertechnik gelernt und nach der Ausbildung auf verschiedenen Kläranlagen gearbeitet. Auf der ZEA betreut Herr Klostermeier nun das Eingangsbüro. Dort führt er alle formellen abfallrechtlichen Arbeiten im Zusammenhang mit Entsorgungsnachweisen und Begleitscheinen aus. Dazu gehören auch die formelle Eingangskontrolle sowie die Vorbereitung eines ADR-Checks.

Über unsere Telefonzentrale berät Sie Herr Klostermeier in allen abfallrechtlichen Fragestellung und unterstützt Sie z. B. bei der Erstellung eines Entsorgungsnachweises.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Herrn Klostermeier und wünschen ihm einen guten Start auf der ZEA.

Iserlohn, 1.3.2016

Martin Bischop

OLYMPUS DIGITAL CAMERAHeimspiel beim Radio-MK-Lauf. Nach zwei Jahren findet das bekannte Sportevent am 03.10.2014 wieder in Iserlohn statt. Das hat seinen besonderen Grund; denn der Seilersee feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Auch dieses Mal nehmen die Beschäftigten der ZEA wieder daran teil. Denn laufen für die gute Sache ist bei uns schon zur Tradition geworden. Mit dem 5 km Fun-Run wird wieder ein spannender Wettkampf geboten, bei dem unsere Mitarbeiter ihr Bestes geben. Angetreten wird in 3er-Mannschafts-Teams. Seien Sie doch mit dabei und fiebern Sie mit.
Über das Ergebnis unserer Mannschaft werden wir im nächsten Newsletter berichten.

Retter in der Not. Wer denkt Industrieabfall- und Abwässer Entsorgung sei nicht spannend und bloß reine Routine, täuscht sich. Denn gerade in unserer Branche muss bei unvorhergesehenen Betriebsunfällen schnell und präzise gehandelt werden. Anfang August ereignete sich in einem metallverarbeitenden Betrieb ein Chlorgasunfall. Während der Behandlung eines galvanischen Elektrolyten kam es zur Ausgasung von Chlor, welches nicht vollständig durch die Abgasreinigung zurück gehalten werden konnte. Durch diesen Vorfall konnte die betriebseigene Abwasserbehandlungsanlage mehrere Tage nicht betrieben werden. An dieser Stelle kamen wir ins Spiel. Um einen kompletten Produktionsstopp zu verhindern, musste schnell eine Notfallentsorgung organisiert werden, um das bei der Produktion entstehende Abwasser extern behandeln zu lassen. Wir fackelten nicht lange und umgehend wurden Abwasserproben nach Iserlohn geholt, um diese im eigenen Labor zu untersuchen. Auf unserer To-Do-Liste stand dann eine geeignete Lösung für die richtige Behandlung des chlorreichen Abwassers zu finden, um es schadlos zu entsorgen. Nachdem die analytischen Fragen geklärt und die Art der Behandlung festgelegt waren, wurde umgehend mit dem betroffenen Betrieb ein elektronischer Entsorgungsnachweis geschlossen. Durch die getroffenen Sofortmaßnahmen konnte das Abwasser zeitnah nach Iserlohn zur ZEA gebracht werden. So wurde in der Abwasserbehandlungsanlage des betroffenen Betriebes schnell freies Lagervolumen geschaffen und die Produktion konnte unterbrechungsfrei fortgesetzt werden.
Hier zeigt sich wieder, wie schnell die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ZEA auch im Fall von Notfallentsorgungen reagieren können, um gefährliche Abfälle schadlos zu entsorgen und in den produzierenden Betrieben für Entlastungen zu sorgen.
Wir stehen Ihnen unter der Rufnummer 0 23 71 / 94 89 – 0 oder mit unseren Kontaktdaten unter www.zea-iserlohn.de selbstverständlich zur Verfügung.

20140704_150400Auch in diesem Jahr konnte die Belegschaft der ZEA wieder auf der Ruhr um die Wette paddeln. Dazu trafen wir uns am 04.07.2014 im Kanu- und Surf-Verein Schwerte e. V. (www.kvs-schwerte.de). Mit bei diesem sportlichen Betriebsausflug waren diesmal außerdem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fa. Chemie Wocklum aus Balve, die uns kräftig dabei unterstützten. Nach einer kleinen Stärkung ging es auch schon los. Schwimmwesten an, Boote zu Wasser lassen und ab in die Strömung. Mit zwei Booten mit jeweils 10 Mann wurde zur Einstimmung erst einmal flussabwärts gepaddelt. Dabei zeigte sich wieder: wer gemeinsam arbeiten kann, muss nicht unbedingt gemeinsam paddeln können! Nach vorne, hinten, rechts oder links – nur die richtige Richtung musste noch gefunden und einjustiert werden. Doch diese Aufgabe wurde als Team genommen und durch die synchrone Bedienung der Paddel, die ins Wasser „gestochen“ werden, bestanden. Neben der nicht ganz einfachen Paddelei kam der Spaß aber nicht zu kurz. Trocken blieb allerdings niemand, denn die wilden Wasserschlachten verschonten niemanden. Auf dem Rückweg ging es flussaufwärts, was bedeutete, dass wir sportlich mehr gefordert wurden. Nach einem kraftraubenden Schlussspurt kamen wir wieder vollzählig mit 20 Personen, zwei Booten und 18 Paddeln in Schwerte an.

zea-informiertDie ZEA Zentrale Entsorgungsanlage Iserlohn ist nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (kurz: BImSchG) genehmigt. Dieser Genehmigung war ein Genehmigungsverfahren vorgeschaltet, in dem die zuständige Genehmigungsbehörde (Bezirksregierung Arnsberg) überprüft hat, ob wir mit der beantragten Abfallentsorgungsanlage alle notwendigen Vorschriften und Regelungen im Umweltschutz einhalten.

Im laufenden Betrieb muss nun die zuständige Aufsichtsbehörde die Einhaltung der Umweltschutzvorschriften kontrollieren und überwachen. Dies erfolgt seit einiger Zeit in Form von sog. Umweltinspektionen. Grundlage hierfür ist die Europäische Richtlinie über Industrieemissionen (Richtlinie 2010/75/EU vom 24.11.2010; kurz: IED-Richtlinie). Darin sind für die zuständigen Aufsichtsbehörden Anforderungen für die Durchführung von Umweltinspektionen in industriellen Großanlagen festgelegt. Bei der Umsetzung der IED-Richtlinie in nationales Recht wurden die Vorgaben zu den Umweltinspektionen, z. B. im BImSchG, übernommen. Auch in Nordrhein-Westfalen wurde dieses Konzept zu risikobasierten medienübergreifenden Umweltinspektionen übernommen und in die staatliche Überwachung (durch die Bezirksregierungen) eingebunden. Dabei wurden unterschiedliche Kriterien, nach denen die v. g. Anlagen überprüft werden, festgelegt. Auf der Grundlage dieser Überprüfungen erfolgt durch die zuständige Bezirksregierung eine Bewertung, die in 3 Ergebnissen münden kann:

  1. keine Mängel
  2. geringfügige Mängel
  3. erhebliche Mängel

In Abhängigkeit dieses Ergebnisses werden dann durch die Behörde u. U. Maßnahmen zur Mängelbeseitigung veranlasst und die Häufigkeit der wiederkehrenden Überprüfungen festgelegt.

Eine solche Umweltinspektion fand am 6. März 2014 auf der ZEA statt. In einem Zeitrahmen von 6 Stunden wurden zahlreiche Checklisten zur Überprüfung durchgearbeitet. Dabei wurden nicht nur Fragen zur Unternehmensorganisation und zu Genehmigungen und Zulassungen gestellt, sondern es wurde auch vor Ort in einer Anlagenbegehung die Einhaltung der einschlägigen Regelwerke überprüft.

Im Ergebnis kam die Bezirksregierung zu dem Schluss, dass keine Mängel vorhanden sind. Dieses Ergebnis wurde in einem Umweltinspektionsbericht protokolliert und auf der Website der Bezirksregierung Arnsberg veröffentlicht und als Download bereit gestellt.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zum Artikel und der Umweltinspektion? Dann sprechen Sie mich doch einfach direkt an.

Ihr Martin Bischop

image-120x120Die ZEA hat seit 2008 ein zertifiziertes Managementsystem gem. DIN EN ISO 14001. Nach dem Erstaudit findet jedes Jahr ein Wiederholungsaudit und alle 3 Jahre ein sog. Re-Audit statt.

Das Re-Audit ist vom Aufwand her vergleichbar mit einem Erstaudit. Dieses Re-Audit stand nun in diesem Jahr am 7. April an. Einen ganzen Tag lang wurden wir von der TÜV NORD CERT GmbH geprüft. Neben der Einhaltung gesetzlicher Regelwerke wurden insbesondere der Aufbau und die Umsetzung des Managementsystems überprüft. Dabei spielt die Frage nach dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (kurz: KVP) im laufenden Betrieb eine maßgebliche Rolle. Das Audit haben wir mit Erfolg bestanden und somit auch ein neues Zertifikat erhalten. Dieses steht ab sofort (4.6.2014) zum Download auf unserer Website unter www.zea-iserlohn.de zur Verfügung.